Erste Ergebnisse des GLOW-Registers vorgestellt – Osteoporose-Therapie muss verbessert werden
Schwalbach am Taunus / Barcelona – Die Umsetzung moderner Therapiemöglichkeiten bei Osteoporose lässt noch sehr zu wünschen übrig. Mit dem GLOW-Register (Global Longitudinal Registry of Osteoporosis in Women) wurde erstmals eine umfassende, weltweite Bestandsaufnahme vorgelegt : Ein Viertel der Frauen, die an der Studie teilnahmen, hat im Alter von über 45 Jahren eine Fraktur erlitten. Nur rund 26 Prozent der Frauen mit hohem Frakturrisiko bekommen Osteoporose-spezifische Medikamente. Diese Daten sollten Ansporn sein, die Therapie in der Praxis zu optimieren.
„Bei jedem Herzinfarkt wird das Cholesterin gemessen, aber nur selten wird daran gedacht, bei einem Knochenbruch die Knochendichte zu bestimmen“, bemerkte Professor Robert Lindsay, West Haverstraw/NY, USA, auf einer Pressekonferenz des Unternehmens Procter & Gamble Pharmaceuticals anlässlich des ECTS-Kongresses in Barcelona. Nach den GLOW-Daten³ geschieht dies nur bei etwa einem Sechstel der Frauen über 65 Jahre, die eine Fraktur erleiden. Dies ist ein Indiz dafür, dass viele Patienten mit Osteoporose und hohem Frakturrisiko, die dringend medikamentös behandelt werden müssten, keine spezifische Therapie erhalten. Und wenn eine Therapie eingeleitet wird, mangelt es an der Compliance.
Die Folgen der unterlassenen oder insuffizienten Therapie sind gravierend, insbesondere wenn es zu einer Hüftfraktur kommt: Einer von drei Patienten ist am Ende des folgenden Jahres verstorben, 60 Prozent können nicht mehr ohne Hilfsmittel gehen.5, 6
GLOW liefert ein erschreckendes Bild
Um diese Situation zu verbessern, muss zunächst der Status quo in der Prävalenz von Risikofaktoren in der Bevölkerung sowie in der Diagnose und Therapie der Osteoporose erfasst werden. Diese Aufgabe hat sich das GLOW-Register (Global Longitudinal Registry of Osteoporosis in Women) gestellt, eine longitudinale Kohortenstudie, die erstmals die Knochengesundheit der weiblichen Bevölkerung anhand einer repräsentativen Zahl von Frauen im Alter von 55 Jahren oder darüber untersucht. Rund 60.000 Teilnehmerinnen aus zehn Ländern werden in Arztpraxen erfasst, wobei Frauen über 65 Jahren überrekrutiert werden. Die Daten werden in 17 Zentren weltweit gesammelt und ausgewertet.2
Ergebnisse der bislang ausgewerteten ca. 20.000 Teilnehmer im durchschnittlichen Alter von 68 Jahren stellte Lindsay beim ECTS-Kongress in Barcelona vor.3,4 Danach hatten durchschnittlich 23 Prozent der Frauen nach ihrem 45. Geburtstag eine Fraktur erlitten. Hier wurden auch kaum Unterschiede zwischen Europa, den USA, Kanada und Australien sichtbar. Anders verhielt sich dies bei den Hüftfrakturen, die bei den europäischen Teilnehmerinnen häufiger (2,1 Prozent) aufgetreten waren als bei den Amerikanerinnen (1,7 Prozent) und den Frauen aus Kanada oder Australien (1,4 Prozent). Ist bereits eine Fraktur eingetreten, steigt das Risiko bei allen untersuchten Nationalitäten im Durchschnitt für weitere Knochenbrüche um ein Vielfaches. Weitere Fraktur-Risikofaktoren: zwölf Prozent der Frauen gaben an, dass bereits die Mutter Knochenbrüche erlitten habe, 16 Prozent wiesen ein Körpergewicht unter 57 kg auf, und neun Prozent waren Raucher. Als erstaunlich hoch erwies sich mit 34 Prozent der Anteil von Frauen, die aus einem Stuhl nicht aufstehen können, ohne die Arme unterstützend einzusetzen. Dies spricht für eine reduzierte Muskelkraft und/oder mangelnde neuromuskuläre Koordination. Europa bildete das Schlusslicht in der Häufigkeit von Knochendichtemessungen. Nur bei 51 Prozent der Frauen war schon eine Osteodensitometrie durchgeführt worden. In Australien, den USA und Kanada traf dies jedoch für 74 Prozent, 78 Prozent bzw. 85 Prozent zu. Und 14 Prozent der Europäerinnen, 20 Prozent der Australierinnen, 22 Prozent der Amerikanerinnen und 25 Prozent der Kanadierinnen nahmen zum Zeitpunkt der Erhebung knochenspezifische Medikamente ein. In der Subgruppe von 15.702 Teilnehmerinnen mit hohem Frakturrisiko lagen die entsprechenden Anteile bei 20 Prozent, 36 Prozent, 28 Prozent und 35 Prozent. Es gibt also noch erheblichen Spielraum, die Therapie der Osteoporose zu optimieren.
Calcium und Vitamin D gehören zur Therapie
Eine Möglichkeit, die Therapie der Osteoporose zu optimieren, ist, neben Bisphosphonat Calcium und Vitamin D nicht zu vergessen, wie Professor Steven Boonen, Leuven, Belgien, betonte.8 Die meisten älteren Menschen weisen sowohl einen Vitamin-D-Mangel als auch einen Calciummangel auf. Daraus resultiert ein sekundärer Hyperparathyreoidismus, der den Knochenumbau steigert. Der erhöhte Parathormon-Spiegel lässt sich durch Substitution von Calcium und Vitamin D korrigieren. Auch das Risiko für Hüftfrakturen bei älteren Menschen nimmt unter einer Substitution von Calcium und Vitamin D signifikant um 18 Prozent (p = 0,0005) ab, für alle nicht-vertebralen Frakturen um 12 Prozent (p = 0,036). Das ergab die Auswertung einer Metaanalyse.8 Eine alleinige Vitamin D-Gabe führte zu keinem signifikanten Effekt, so Boonen.
Wird die Substitution von Calcium und Vitamin D beendet, nimmt die Knochendichte wieder ab. Die Substitution sollte daher möglichst langfristig angelegt und für die Patienten einfach handhabbar sein, um die Compliance zu erhöhen. Der positive Effekt der Kombination von Calcium und Vitamin D hängt zudem davon ab, die richtige Zielpopulation mit den Substanzen zu versorgen: Patienten mit einem dokumentierten Calciummangel (Zufuhr < 1.200 mg/Tag) und Vitamin D-Defizit (< 50 nmol/L). Auch ältere Menschen, die zu Hause oder im Pflegeheim betreut werden, haben ein hohes Risiko für einen Calcium- und Vitamin-D-Mangel und sollten eine Substitution erhalten. Generell benötigen alle Menschen mit manifester Osteoporose und unter spezifischer Osteoporose-Therapie eine Substitution. Denn bei einem Calcium- und Vitamin D-Mangel wirken Bisphosphonate schlechter. Die Kombinationspackung Actonel® plus Calcium D (Wirkstoff Risedronat) kann hier das Einhalten einer DVO-leitliniengerechten Therapie der postmenopausalen Osteoporose erleichtern.
Schneller Effekt wünschenswert
Wie Professor Christian Roux, Paris, erläuterte, wurden die guten Ergebnisse mit Bisphosphonaten in den klinischen Studien bei gleichzeitiger Substitution von Calcium und Vitamin D erzielt. In einer post-hoc-Auswertung klinischer Studien verminderte beispielsweise Risedronat das Risiko für nicht-vertebrale Frakturen besonders rasch.7 Bereits nach sechs Monaten war ein signifikanter Unterschied zur Placebo-Gruppe sichtbar; nach einem Jahr betrug die relative Risikoreduktion 74 Prozent (p = 0,001).
Vor allem für Patienten mit kurz zurückliegenden Frakturen und raschem Verlust an Knochenmasse ist ein schnelles Einsetzen der Wirkung wichtig, so Roux. Bisphosphonate haben sich in diesem Punkt in klinischen Studien unterschiedlich verhalten, wobei Risedronat am schnellsten zu einer Senkung der Frakturhäufigkeit führte. Ein direkter Vergleich von Krankenkassen-Daten zwischen Risedronat und Alendronat in der REAL-Auswertung hat dies bestätigt.9 Fast 34.000 Frauen über 65 Jahre mit vergleichbarem Frakturrisiko wurden nach Beginn einer Therapie mit Risedronat oder Alendronat für ein Jahr beobachtet. In der Risedronat-Gruppe traten um 43 Prozent weniger Hüftfrakturen auf als in der Alendronat-Gruppe (p = 0,01). In einer Hochrisiko-Subgruppe von Frauen mit vorbestehenden Frakturen ergab sich sogar eine relative Risikoreduktion um 66 Prozent (p = 0,03).
Pharmakokinetische und pharmakologische Unterschiede zwischen den Bisphosphonaten wie Bindungsaffinität, Stärke der Suppression des Knochenumbaus und Dauer des antiresorptiven Effekts könnten solche differenten klinischen Wirkprofile erklären.
Ansprechpartner für die Medien:
Procter & Gamble Pharmaceuticals
Dr. rer. nat. Stefanie Glathe
Procter & Gamble Pharmaceuticals-Germany GmbH
Sulzbacher Str. 40
65823 Schwalbach am Taunus
Tel.: +49 (0)6196 – 89 4471
Fax: +49 (0)6196 – 892 4471
E-Mail: glathe.s@pg.com
PR-Agentur
Bettina Baur
3K Agentur für Kommunikation GmbH
Wiesenau 36
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 – 97 17 11 18
Fax: +49 (0)69 – 97 17 11 22
E-Mail: bettina.baur@3k-komm.de
Über Procter & Gamble
Drei Milliarden Mal am Tag kommen die Marken von P&G mit Verbrauchern in aller Welt in Berührung. Das Unternehmen steht für eines der stärksten Portfolios von bewährten, hochwertigen und führenden Marken, zu denen unter anderem Pampers®, Ariel®, Always®, Pantene®, Pringles®, Lenor®, Iams®, Oral-B®, Duracell®, Olay®, Head & Shoulders®, Wella®, Gillette®, und Braun® gehören. Für P&G sind mehr als 138.000 Mitarbeiter in über 80 Ländern weltweit tätig. Weitere Informationen und Berichte über P&G und unsere Marken finden Sie unter www.pg.com.
Procter & Gamble hat eine lange Tradition im Bereich Health Care, die über 150 Jahre zurück reicht. Im Health Care Portfolio werden ethische Medikamente, OTC-Produkte und Mundpflegeprodukte geführt.
Im Geschäftszweig ‚Procter & Gamble Pharmaceuticals’ vermarktet Procter & Gamble seit den späten 60er Jahren ein Portfolio von ethischen Medikamenten. Dazu gehören Actonel® (Natriumrisedronat), Didronel®-Kit (Natriumetidronat/Calciumcarbonat), Dantrolen i.v. (Dantrolen-Natrium) und das Matrixpflaster Intrinsa (Testosteron 300 ug/24h).
1 Press Release “Global study reveals differences in standard of care for osteoporosis across the world”, University of Massachusetts Medical School, May 25, 2008http://www.eurekalert.org/pub_releases/2008-05/k-gsr052308.php2 www.outcomes-umassmed.org/glow/index.cfm3 Congress Abstracts/Poster at 35th European Symposium on Calcified Tissues in: Calcified Tissue International, Vol. 82, Suppl. 1, S1-284 (2008)
- Adachi, J et al.: Distribution of Risk Factors for Fracture in Women with and without a fracture history: Regional comparison global longitudinal registry of osteoporosis in women, (Su-P327)
- Diez-Perez, A et al.: Regional differences in the management of osteoporosis: Europe vs other geographic regions. The global longitudinal registry of osteoporosis in women, (Su-P337);
Congress Abstracts/Poster at 8th European Congress on Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis and Osteoarthritis in: Osteoporosis International Vol. 19, Suppl. 1, S29-207 (2008):
- Delmas, P. et al.: Multinational comparison of bone health in women 55 years of age and older. The global longitudinal registry of osteoporosis in women, (P154)
- Gehlbach, S. et al.: Fragility fractures and health status in a multinational cohort. The global longitudinal registry of osteoporosis in women, (P155)
4 35th European Symposium on Calcified Tissues (ECTS), Barcelona, Press Conference GLOW Registry, 25th May, 2008
5 Osteoporosis in the European Community: A call to action. Report by the International Osteoporosis Foundation. © Copyright 1999-2007 IOF. Accessed 06.02.08, available from www.iofbonehealth.org/publications/eu-policy-report-of-2001.html
6 Keene GS, et al.: BMJ. 1993 (6914): 307; 1248-50
7 Harrington JT et al.: Calcif Tissue Int 2004 ; 74: 129-135
8 Boonen S et al.: JCEM 2007 ; 92: 1415-1423
9 Silverman SL et al.: Osteoporos Int 2007; 18: 25-34


